1913-2013 Ubiläum von Lavandou
100. Geburtstag des Badeortese

100 ans du LavandouObwohl Le Lavandou bereits seit dem 12. Jahrhundert zu der Stadt Bormes-les-Mimosas gehörte, war nun eine Revolution im Gange, seit die Eisenbahnlinie der  Eisenbahngesellschaft „Compagnie des chemins de fer du Sud de la France (SF)“, die über eine 233 km lange Strecken die kleinen Bahnhöfe in der südfranzösischen Küstenregion verband, darunter die Ortschaften Cavalière und La Fossette, fertiggestellte wurde.  Diese Veränderung in der Haltung der Bewohner nahm weiter Gestalt an, als die ersten Touristen aus der Pariser Aristokratie und die ersten noch unbekannten Künstler nach Le Lavandou kamen, einem kleinen Weiler, der von seinen Einwohnern der Oberschicht flugs verlassen wurde, als sich immer mehr Fischer aus Ligurien und Bauern aus dem Piemont dort niederließen.
Die ersten Villen wurden in den noch unberührten Orten Saint-Clair und Cavalière gebaut und auch die ersten Hotels folgten recht schnell. Der kleine Zug, der täglich zwischen Toulon und Saint-Raphaël verkehrte, brachte körbeweise Frühgemüse, Blumen und Pfahlrohr. In nur 20 Jahren wuchs die Bevölkerung rasend schnell von 350 auf 770 Einwohner an, was bei den Einwohnern von Bormes, die seit dem 15. Jahrhundert in der Stadt ansässig waren, eine gewisse Beunruhigung hervorrief. Mit diesem Wachstumpetit train Toulon-St Raphael bestand das Risiko, dass Le Lavandou, angetrieben von dem ansteigenden Tourismus und der massiven Einwanderung von italienischen landwirtschaftlichen Arbeitern und Fischern die Vorherrschaft von Bormes ausstechen würde.  Deshalb entstand bereits zu dieser Zeit auf beiden Seiten die Idee einer administrativen Teilung der beiden Orte.Zwischen 1907 und 1913 herrschten heftige Diskussionen zwischen streitlustigen Einwohnern beider Orte vor allem über den wirtschaftlichen Vorteil, den Le Lavandou aus seiner Lage am Meer und Bormes aus seiner übergeordneten Stellung ziehen konnten
Denn die verwaltungsmäßige Teilung beider Orte bedeutete, dass Bormes einen großen Teil seiner Einkünfte verlieren würde, während Le Lavandou immer mehr Infrastrukturen forderte, die Bormes sich weigerte, zu gewähren. Seitdem war die Emanzipation von Le Lavandou nur noch eine Frage der Zeit… und politischer Übereinkünfte, angesichts der Meinungsverschiedenheiten über die wirtschaftlichen Auswirkungen. Am 11. April 1909 nahm der Stadtrat von Bormes die unkontrollierbar gewordene Situation zur Kenntnis und beantragte die Selbstständigkeit von Le Lavandou als Gemeinde mit eigenen Kosten, Schulden und Verpflichtungen, für  ihr Wachstum aufzukommen. Nun mussten nur noch die Grenzen dieser neuen Ortschaftunter der Aufsicht des Präfekten festgelegt werden, der dafür Experten bestellte. Der Gemeinde wurde die gesamte Küste über eine Breite von 1 Kilometer vom Bach von Pramousquier bis zum Bach von Vieille zugesprochen, Le Lavandou 1913was besonders die bescheidenen Grundbesitzer an der Küste interessierte, die mit einem Schlag reicher waren als so manche vermögende Einwohner von Bormes (und das obwohl es noch keine Einkommensteuer gab).An den neu definierten Grenzen der Gemeinde Bormes organisierte sich ein Widerstand der Bürger, die gerne Einwohner von Bormes bleiben wollten. Das war zum Beispiel bei La Grande Bastide der Fall, wo eine Petition bis zum Generalrat des Departements Var die Runde machte, der um einen Schiedsspruch gebeten wurde, um den Appetit der Bewohner von Le Lavandou auf ein noch größeres Gemeindegebiet zu bremsen. Unter Einfluss des Staatsrats mischte sich auch der Innenminister in die Angelegenheit ein und stellte das Prinzip der Selbstständigkeit von Le Lavandou in Frage. Schließlich gab der Stadtrat von Bormes am 11. August 1907 sein Einverständnis für die Teilung der Ortschaften und am 20. Mai 1913 wurde im Journal Officiel ein Gesetz veröffentlicht, in dem Le Lavandou als eigenständige Gemeinde definiert wurde. Am 25. Mai 1913  verkündete der französische Präsident Raymond Poincaré das Gesetz. Zu dem Zeitpunkt zählte Le Lavandou 970.
Einwohne
r. Raymond PoincareIm Juli wurde der erste Bürgermeister ernannt, während der Erste Weltkrieg ausbrach und die gerade erst geborene Gemeinde in ihrem Wachstum hemmte. Erst durch die Einführung des bezahlten Urlaubs in 1930 konnte der Ort sich aus seiner Lähmung befreien. 1942 besetzte die italienische Armee bis 1944 Le Lavandou, die sich dort ja fast schon heimisch fühlte. Heute pflegen übrigens eine ganze Menge provenzalischer Städte eine Partnerschaft mit italienischen Gemeinden. Mit dem zeitlichen Abstand und vor dem heutigen politischen Hintergrund ist es fast schon amüsant festzustellen, welche Rolle die italienischen Immigranten spielten, die sich unter die lokale Bevölkerung mischten, die von der Oberschicht von Bormes an die Küste gedrängt wurde, während sie selbst hartnäckig auf ihrem Felsen ausharrte und sich eher der landwirtschaftlichen Pachtwirtschaft als dem Meer zuwandte. Es brauchte nur die Erfindung der Dampflok und die Intuition (und die Arbeit) der italienischen Migranten, um die Wirtschaftsstruktur von Le Lavandou völlig zu verändern.  Die Rivalität zwischen den Einwohnern beider Orte ist heute nach wie vor lebendig, obwohl Le Lavandou bereits eine Einwohnerzahl von 4950 Personen verzeichnet, zum größten Teil europäischer Herkunft. Am 25. Mai 2013 feiert Le Lavandou seinen 100. Geburtstag, um seine Unabhängigkeit zu feiern, was bei den Einwohnern von Bormes-les-Mimosas wahrscheinlich nicht auf großes Interesse stößt.

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centenaire du Lavandou
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1906-Pescadous
1907-Barques
1912-Pêcheurs
1920-Marina
1920-Grand Hôtel
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1917-Filets pêche
1909-Place Reyer
1921-Place Reyer
Ecole E. Reyer
La Poste. H. Adam

C.G.I. Billon


Agnes Malecki
Camp du Domaine

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